Regional-und Kommunalwahlen 2010: Große Gewinne für die KKE
- Das Gesamtergebnis der KKE liegt bei 11%
- Die KKE war die einzige Partei,
die Gewinne zu verzeichnen hat, sowohl prozentual (plus 3,3%) als auch
in Stimmen (plus 75.000), im Vergleich zu den Parlamentswahlen vom letzten
Jahr (2009).
Am 7. November fand die 1. Runde der Regional- und Kommunalwahlen, nach der
Verwaltungsreform, die die Kommunen von
1300 auf 325 und die 52 Bezirke auf 13 Regionen verringerte, statt.
Diese Schrumpfung der Selbstverwaltung wurde von der sozialdemokratischen
Parlamentsmehrheit nach dem Plan „Kallikratis“ durchgesetzt. Diese
Reform führt neben der Zusammenlegung von Kommunen und Bezirken zu
weiteren tieferen unsozialen Veränderungen im Leben des Volkes.
Die KKE trat mit dem Wahlbündnis „Laiki
Syspirosi“ mit Wahllisten in allen 13 Regionen (100% des Landes) und
in 260 Kommunen (alle großen Städte und ein Großteil des Landes)
an. Tausende Kandidaten kandidierten auf den Wahllisten der „Laiki
Syspirosi“, unter der Spitzenkandidatur von bekannten Funktionären
der KKE, der PAME (Kämpferische Gesamtarbeiterfront), PASY (Kämpferisches
Gesamtbauernbündnis), PASEBE (Gesamtgriechisches Antimonopolistisches
Bündnis der Mittelständer), MAS ( Kampffront der Studenten), OGE (Verband
der Frauen Griechenlands), EEDYE (Griechisches Komitee für Internationale
Entspannung und Frieden) u.a.
Die Wahlen hatten einen entschiedenen
politischen Charakter, wenn man berücksichtigt, dass es vorher große
und harte Klassenkämpfe gegen die unsozialen Maßnahmen der sozialdemokratischen
Regierung von PASOK zusammen mit der EU und dem IWF gegeben hat. Kämpfe,
bei denen die KKE an vorderster Front stand und die klassenkämpferische
Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung PAME führte.
Die Ergebnisse der KKE in den Regionen | ||
REGIONEN | ΚΚΕ (Stimmen) |
ΚΚΕ (%) |
Nordägäis | 16.877 | 15,74 |
Ιonische Inseln | 17.266 | 15,30 |
Attika | 202.612 | 14,43 |
Thessalien | 57.831 | 13,10 |
Westgriechenland | 43.399 | 11,14 |
Zentralgriechenland | 35.909 | 10,87 |
Zentralmazedonien | 88.631 | 9,08 |
Südägäis | 15.401 | 9,04 |
Epirus | 18.766 | 8,36 |
Westmazedonien | 15.851 | 8,22 |
Ostmazedonien und Thrakien | 27.852 | 7,74 |
Peloponnes | 25.660 | 6,80 |
Kreta | 22.843 | 6,93 |
Gesamtergebnis | 588.898 | 10,85% |
Es ist wichtig zu bemerken, dass die KKE in den Parlamentswahlen letztes Jahr 517154 Stimmen und 7,54% erzielte, während sie bei den Kommunalwahlen 2006 479812 Stimmen und 7,22% bekommen hatte.
Die KKE verzeichnete:
- Gewinne von 3,3% (plus 75000 Stimmen)im Vergleich zu den Parlamentswahlen von 2009
- Gewinne von 3,6% (plus 110000) im Vergleich zu den Bezirkswahlen von 2006.
Es wurden 41 Regionalräte und über 500 Gemeinderäte, die von der KKE aufgestellt wurden, gewählt. In zwei Kommunen (Insel Ikaria und im Athener Ort Petroupoli) kamen die Kandidaten der KKE in die 2. Wahlrunde. In einigen Kommunen (z.B. Ilion, Korydallos) lagen die Kandidaten der KKE an zweiter Stelle. Da aber die 1. Liste die notwendigen 50% bekam, hat es keine 2. Runde gegeben. In den übrigen Kommunen, in denen in der 2. Runde Kandidaten des bürgerlichen Zweiparteiensystems, sowie angeblich "unabhängige" Kandidaten oder Vertreter von Parteien, die die EU unterstützen, zur Wahl standen, rief die KKE ihre Wähler auf, sie zu verurteilen, indem sie mit ungültigen Stimmzetteln oder Stimmenthaltungzetteln wählen.
Das Ergebnis zeigt, dass in der 2. Runde die Wahlbeteiligung noch geringer war, als in der 1. (ungefähr 45 %). Der Anteil der ungültigen Stimmzettel und der Stimmenthaltungzettel war in der 2. Runde größer als in der 1.
In der Kommune von Petrupoli behauptete sich der Kandidat der KKE in der Stichwahl mit 55 %, während er in der 1. Runde 21,6 % auf sich sammelte.
In der Kommune von Ikaria, wo die KKE traditionell hohe Wahlprozente erzielt (in den Parlamentswahlen 2009 35 %) konnte ihr Kandidat in der 1. Runde 43,9 % der Stimmen bekommen. Trotzdem behauptete sich in der Stichwahl der gegnerische Kandidat, der von allen anderen politischen Kräften des Landes unterstützt wurde (sozialdemokratische PASOK, konservative ND, opportunistische SYN/SYRIZA, nationalistische LAOS). Das Endergebnis des kommunistischen Kandidaten lag bei 48 %.
Am 8. November fand die Tagung des ZK
der KKE statt mit Thema: „Erste Einschätzung der Wahlergebnisse der
1. Runde der Wahlen für die staatlichen Organe der Regionen und Kommunen“.
Das ZK wird die ersten Einschätzungen nach der 2. Runde ausarbeiten,
dann wird es eine Diskussion in den Parteiorganisationen, den Organisationen
der KNE, mit Freunden und Anhängern geben, damit sie eine endgültige
Form annehmen.
Über die Stärkung der KKE
Wie es in der Resolution des ZK der KKE
erwähnt wird: „Die Ergebnisse der 1. Runde zeigten, dass die Wahllisten,
welche die KKE unter dem Namen Laiki Syspirosi unterstützt hat, eine
steigende Tendenz mit vielen neu hinzu gewonnenen Stimmen hatten, so
dass die KKE die einzige Kraft ist, welche ihre Stimmen und Prozente
gesteigert hat. Nach den jetzigen Einschätzungen hatten wir Zugewinne
von 75000 Stimmen im Vergleich zu den Parlamentswahlen von 2009. Der
prozentuale Anteil nähert sich den 11%, d.h. 3,3% mehr. Das ZK schätzt,
dass, unabhängig von der Stimmenzahl, mehr Menschen die Einschätzungen
und Thesen der KKE positiv beurteilen. Sie zeigen Interesse, unseren
alternativen politischen Vorschlag kennen zu lernen und erkennen die
politische Rolle und den Beitrag der Partei an.“
Das ZK der KKE „bedankt sich und grüßt
alle die, welche zum ersten Mal die von der KKE unterstützten Listen
gewählt haben. Alle die, welche sich den Angst machenden Dilemmata,
den Nötigungen und den zwei- und dreifachen Wahllisten widersetzt haben.
Die entschiedene Vermehrung unserer Stimmen stellt uns vor neue Verantwortungen
und Verpflichtungen. Wir verstehen, dass die Anforderungen uns gegenüber
wachsen, damit wir das Arbeiter- und Volksbündnis und den Kampf
verstärken, und die Unzufriedenheit und Kampfbereitschaft breiterer
Volksmassen ausdrücken, welche unsere Rolle und unseren Beitrag schätzen,
auch wenn sie einige eigene Einschätzungen beibehalten“.
Das ZK der KKE schätzt, „dass die
Stärkung der KKE bei den Lokalen Wahlen eine wichtige Dynamik beinhaltet,
einen neuen Weg der Bündelung breitere Volksmassen gegen die Politik,
welche seit über 20 Jahren zu einer Verschlimmerung der Lebensbedingungen,
zur Verschärfung der Krise, zum barbarischen Memorandum, welches seine
Gültigkeit sowohl in der Phase der Krise als auch in der Phase des
Aufschwungs, wenn er kommt, beibehalten wird, geführt hat. Wir betonen, dass der Aufschwung
schwach sein wird und von einer neuen Krisenwelle gefolgt werden wird.
Die Tendenz zur antimonopolistischen antiimperialistischen Bündelung
wird stärker, ebenso der alternative Vorschlag des Auswegs aus der
Krise mit dem Ziel der Volksherrschaft und -wirtschaft.“
Die anderen politischen Kräfte
Es ist eine wichtige Tatsache, dass keine andere politische Kraft, außer der KKE, ihren Stimmenanteil und ihre Prozente gesteigert hat.
- Der Stimmenanteil der regierenden sozialdemokratischen PASOK sank von 43,92% bei den Wahlen 2009 auf 34,67% (etwa minus 10% und Verlust von über 1.000.000 Stimmen)
- Die oppositionelle konservative ND bekam 32,82% (etwa minus 1% und Verlust von etwa 500000 Stimmen).
- Der Opportunismus (SYN/SYRIZA), der sich in einer ideologischen und politischen Krise befindet und in der vorherigen Zeit seine Unzuverlässigkeit zeigte, in dem er in vielen Kommunen mit den Sozialdemokraten der PASOK zusammenarbeitete und Entscheidungen der Regierung von PASOK unterstützte, bekam 4,5% (4,6% bei den Wahlen von 2009) und verlor ca. 50000 Stimmen.
- Die nationalistische und antikommunistische Partei LAOS bekam 4% (ca. 1,5% weniger im Vergleich zu 2009 und 150000 Stimmen weniger). Es ist wichtig zu betonen, dass sie in drei Regionen, keine eigene Wahlliste hatte und in zwei davon die ND sowie in einem die PASOK unterstützt hat.
- Der Anteil der Partei der „Ökologen“
lagen bei 2,9%, das bedeutet eine leichte Steigerung im Vergleich zu
2009. Sie verlor aber 20000 Stimmen.
Wie das ZK der KKE in seiner Resolution betont: „Die PASOK verlor stark an Stimmen, während es die ND nicht schaffte das griechische Volk zu überzeugen, dass sie eine volksfreundliche Oppositionskraft ist, obwohl sie versuchte, ihren angeblichen Antimemorandum-Charakter in den Vordergrund zu stellen. Die Verurteilung von PASOK ist deutlich, auch wenn es versuchte in vielen Fällen während der Wahlperiode doppelte Wahllisten zu stellen, um Stimmen zu stehlen und seine fallende Tendenz zu vertuschen.“ Gleichzeitig „ruft es (das ZK) alle diejenigen auf, welche ihren Widerspruch aufzeigen wollten, in dem sie Wahllisten außer der PASOK und der ND wählten, zu bedenken, dass dieses Wahlverhalten keinen politischen Ausweg aufzeigt, weil die oppositionelle Propaganda dieser Parteien, nicht den Kern ihrer Strategie sondern nebensächliche Seiten und Taktiken berührt. Der wirkliche Widerspruch in der Ökonomie und in der Gesellschaft allgemein ist zwischen den Monopolen und den Kapitalinteressen auf der einen und dem arbeitenden Volk auf der anderen.
Stadt | KKE-Anteil |
|
13,73% |
|
9,50% |
|
14,79% |
|
16,42% |
|
12,13% |
|
13,68% |
|
15,23% |
|
12,52% |
|
18,40% |
|
26,96% |
|
18,38% |
|
13,25% |
|
19,36% |
|
16,90% |
|
9,56% |
|
13,33% |
|
10,63% |
|
15,00% |
|
20,16% |
|
12,83% |
Wichtige qualitative Charakteristika
der Wahlergebnisse
Wichtig ist die starke Unterstützung der KKE, nicht nur allgemein, sondern speziell in den großen Städten, wo die griechische Arbeiterklasse lebt und arbeitet. Dieses ist besonders wichtig für die KKE, die Partei der Arbeiterklasse.
In großen Kommunen, wo ein Großteil
der Abeiter- und Volksmassen wohnt, bekam die KKE hohe Stimmenanteile
und wurde gestärkt (s. Tabelle). Besonders muss der Wahleinfluss der
KKE in der Region Attika betont werden (14,4% von 10,2% 2009) (dazu
gehört die Hauptstadt Athen, der größte Hafen Piräus und Industriegebiete
rund um die Hauptstadt). In Attika wohnen und arbeiten heute 4 Millionen
Menschen.
In 67 Kommunen (von den 260, in denen es Wahllisten der „Laiki Syspirosi“ gab) überstiegen die Prozente der KKE die 11%.
Das ZK der KKE betont
in seiner Resolution: „Die Steigerung der Stimmen und der Prozente
der KKE beinhaltet wichtige qualitative Elemente, weil es eine größere
Stärkung in den großen Städten und den großen Regionen gibt, mit
dem wichtigsten Element, der Steigerung in den Arbeitergegenden., in
Gegenden mit verschärften Problemen unter den kleinen Unternehmern
und Bauern, d.h. dort, wo es bessere Voraussetzungen gibt, damit sich
auf einem festen Fundament die sozialpolitische Front des Bündnisses
der Arbeiterklasse mit den Selbstständigen und den Bauern entwickelt.
Das Phänomen der
Wahlenthaltung
Es ist wichtig zu betonen, dass es in
Griechenland in den letzten Jahrzehnten im Vergleich zu anderen europäischen
Ländern eine große Wahlbeteiligung gab. Bei der jetzigen Wahl lag
die Wahlbeteiligung bei 61% (2009 lag sie bei 71%). Hierbei sollte
man berücksichtigen, dass die Wählerverzeichnisse nicht aktualisiert
worden sind, und gemäß verschiedener Einschätzungen würde 15 bis
20 % der eingetragenen Wähler sowieso nicht wählen, weil sie nicht
mehr am Leben sind und sie niemand aus den Verzeichnissen gestrichen
hat.
Die erhöhte Wahlenthaltung, im Vergleich
zu den Parlamentswahlen von 2009 bot Anlass für verschiedene politische
Einschätzungen und Deutungen. Das ZK der KKE schätzt ein, dass „ein
Teil der großen Nichtwählerzahl, besonders im Großraum Attika und
in der Stadt von Athen bringt die Unzufriedenheit des Volkes und die
Verurteilung der PASOK und der ND zum Ausdruck. Sie hat eine größere
politische Tiefe im Vergleich zu dem entsprechenden Phänomen bei den
Europawahlen. Sie bringt positive Prozesse zum Ausdruck, die sich noch
nicht vollendet haben und in die Richtung der Loslassung von den bürgerlichen
Parteien und von der Logik der Verwaltung der Systemkrise gehen.
Das ZK schätzt ein, dass ein Teil der
Wahlenthaltung, besonders unter den Volksmassen, die sich an den Kämpfen
nicht teilgenommen haben, unter den jungen Menschen, ein Ergebnis des
Einflusses der systematischen Propaganda und der Verleumdung des organisierten
Kampfes, des Klassenkampfes, der Förderung durch verschiedene Mittel
des Individualismus und der Suche nach individuellen Lösungen für
die verschärften Probleme.
Die KKE wird mit all
ihren Kräften dazu beitragen, dass die breiten Massen begreifen, dass
die Wahlenthaltung kein Druckmittel gegenüber der arbeiterfeindlichen
und volksfeindlichen Politik ist. Im Gegenteil verringert sie die Chance
für eine schnellere Veränderung des negativen Kräfteverhältnisses,
dessen Hauptträger die PASOK und die ND sind. Die KKE ruft die arbeitenden
Menschen auf, sich an den Kampf gegen die Monopole und den Imperialismus
aktiv zu beteiligen, sich in der Linie der Gegenoffensive, des Bruchs
und des Umsturzes zusammenzuschließen. Es soll noch begriffen werden,
dass die Stimmen für die anderen Oppositionsparteien nicht dazu beitragen,
die radikale Volksfront zu stärken, die standhaft, konsequent und unbeirrt
gegen die herrschende Politik kämpft».
Die neuen Verantwortungen
der KKE angesichts der gegenwärtigen Entwicklungen
In der Resolution des
ZK der KKE wurden die unermüdlichen Anstrengungen der Mitglieder der
Partei und der KNE, der Freunde und Anhänger begrüßt, die dazu geführt
haben, dass die Stimme und die Positionen der KKE alle Arbeiter- und
Volksschichten erreichen konnte. Weiter wurde betont:
«Das ZK versichert, dass die KKE ihrer gestiegenen Verantwortung gerecht wird, dass sie all ihre Schwächen in ihrem Wirken bekämpfen wird. Die KKE wird ihr Augenmerk darauf richten, dass der kämpferische Geist entwickelt wird, dass neue Volksmassen in den organisierten Kampf eintreten, sie wird neue Anstrengungen unternehmen, um das Volksbündnis der Arbeiterklasse, der Selbständigen, der armen Bauern, der jungen Menschen, der Frauen.
Das arbeitende Volk steht unmittelbar vor einer Welle arbeiterfeindlicher, volksfeindlicher Maßnahmen, einer neuen Welle der Willkür, während der Verschärfung der Krise in Griechenland und in Europa. Das Volk wird mit der geplanten gemeinsamen Verwaltung in der Ägäis und der Verschärfung der innerimperialistischen Gegensätze in der Region konfrontiert werden. Gegenüber einer solchen Entwicklung werden wir mit allen unseren heutigen und künftigen Mitstreitern einen noch stärkeren radikalen Volksstrom entgegen setzen, der in der Lage sein wird, Schlimmeres zu verhindern und den Weg für die politische Alternative zum Wohle des Volkes und des Landes zu öffnen.
Die
KKE ruft die Hunderten gewählten Vertreterinnen und Vertreter in den
Regional- und in den Kommunalräten auf, vom ersten Moment an, sich
beim leidenden Volk zu befinden, und die Aktionen für die Probleme
des arbeitenden Volkes in Zusammenarbeit mit den Massenorganisationen,
mit den Kämpferinnen und Kämpfern vor Ort zu beginnen.».
Kommentar zur Stichwahl
vom 14. November
"Auch in der 2.
Runde kam die Botschaft der 1. Runde stärker, breiter und tiefer zum
Ausdruck", kommentierte die Generalsekretärin des ZK der KKE,
Aleka Papariga die Ergebnisse der Stichwahl. "Wichtigstes Element
war der Ausdruck der Empörung und der Unzufriedenheit sowohl für die
Regierungspolitik als auch für die Politik der ND. (…) Die Debatte
über die verbreitete Wahlenthaltung beschäftigt uns auch. Wir sind
prinzipiell gegen Wahlenthaltung, wir sind für die aktive Beteiligung
der arbeitenden Menschen und stellen mit Genugtuung fest, dass ein großer
Teil der Wähler der "Laiki Syspirosi" sich an der Stichwahl
beteiligte und mit ungültigen Stimmzetteln bzw. mit Stimmenthaltungszetteln
wählte. Der Punkt ist aber, dass diejenigen, die über die geringe
Wahlbeteiligung trauern, Heuchler sind. Es sind die, die die Menschen
nach Hause geschickt haben. Es sind die, die die Kämpfe, die Streiks,
die Volksversammlungen in den Wohnvierteln, die organisierte gewerkschaftliche
Arbeit verhöhnen. Es ist also nachvollziehbar, dass am Zeitpunkt des
Wahlgangs bei dieser Unzufriedenheit ein großer Teil des Volkes zu
Hause bleibt.
In der Geschichte dieses
Landes, in der Weltgeschichte gab es nie Einbahnstraßen. Die Krise
wird sich vertiefen, sowohl in Griechenland, als auch in der EU. Das
Volk stellt dringende Forderungen auf, die z.B. die Arbeitslosigkeit
und die Sozialversicherung betreffen. Das Volk muss aber vor allem Prozesse
in Gang bringen, die das Kräfteverhältnis grundlegend verändern,
hauptsächlich im gewerkschaftlichen Bereich. In den Organen, in denen
die Arbeiteraristokratie sitzt, interessieren sich diese Menschen nur
dafür, das Volk einzuverleiben und nicht es zu emanzipieren, Die Änderung
des Kräfteverhältnisses wird zuerst von unten kommen, eher es von
oben kommt. (…) Nur wenn das Volk sich zum Protagonisten erhebt, kann
Hoffnung auf eine wesentliche Alternative bestehen", so Genossin
Aleka Papariga.
Großkundgebungen
am 15. November
Nächste
Schritte für die KKE waren die Kundgebungen die am 15. November in
ganz Griechenland organisiert wurden, gegen das Memorandum als Folge
und Fortsetzung der Politik im Dienste des Kapitals, der Politik der
kapitalistischen Umstrukturierungen. In Athen, in Thessaloniki und in
vielen weiteren Städten demonstrierten viele Tausende Menschen unter
der Losung, dass die Schuldigen, d.h. die Monopole und die Plutokratie
für die Krise zahlen müssen und dass die Vertreter der EU, des IWF
und der Europäischen Zentralbank in Griechenland unerwünscht sind.
e-mail:cpg@int.kke.gr