Die Linke und die ELP haben einen heimlichen Stolz - den Kompromiss mit dem System und den imperialistischen Organisationen
Veröffentlicht am 28.Dezember 2010
in der Zeitung "RIZOSPASTIS", dem Zentralorgan des ZK der KKE
Der politische
Skandal, der wegen den Wikileaks-Enthüllungen bezüglich der deutschen
Partei „die Linke“, des „Flaggschiffes“ der so genannten Partei
der Europäischen Linken (EL) ausgebrochen ist, zeigt wieder einmal
die Grenzen bestimmter politischer Gewalten auf, welche sowohl innerhalb
des Rahmenwerks des Systems als auch im Dienste seiner Verwaltung handeln.
Wie enthüllt
wurde, informierte der US Botschafter in Deutschland Washington über
eine Depesche, dass in einem Gespräch mit Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzenden
der deutschen Linken im Bundestag, der letztere ihn hinsichtlich der
Forderung dieser Partei nach „Auflösung der NATO“ beruhigen wollte.
Gysi soll gesagt haben, „gefährlich“ wäre die Forderung nach Deutschlands
Rückzug aus der NATO und nicht die allgemeine Forderung nach ihrer
„Auflösung“. So etwas könne nicht passieren, da der Auflösung
dieser imperialistischen Organisation die USA, Großbritannien und Frankreich
zustimmen müssten - und das sei unrealistisch.
Natürlich behauptet
Gysi nun, dass er sich an seine genaue Wortwahl nicht mehr erinnere
und schiebt alles auf einen Fehler in der Übersetzung. Das Thema verursachte
natürlich Spannung in der deutschen "Linken".
Selbst wenn wir
akzeptieren, dass der US Botschafter einiges, was Gysi sagte, entstellte,
verändert es jedoch nicht das Wesentliche! Das Wesentliche ist, dass
die deutsche "Linke" mehr oder weniger allgemein für die
Auflösung der NATO plädiert, ohne den Rückzug bestimmter Länder
aus dieser imperialistischen Organisation zu verlangen. Die Formulierung
beim dritten Kongress der ELP, an dem die griechische SYNASPISMOS teilnahm,
war sehr ähnlich: „Die Europäische Linke bekräftigt ihre Forderung
nach Auflösung der NATO und kämpft für ein internationales System
der kollektiven Sicherheit auf der Grundlage des Völkerrechts und der
Grundsätze eines reformierten und demokratisierten UNO-Systems (…).“
Alles das bestätigt
in kategorischster Art und Weise die Positionierung des Politbüros
des Zentralkomitees der KKE, das in ihrer aktuellen Erklärung zur so
genannten "neuen NATO" u.a. folgendes bemerkt: „Die Forderung
nach Auflösung der NATO, die von einigen opportunistischen Kräften
gefordert wird, ohne im Kampf für den Austritt unserer Länder aus
der NATO eingebunden zu sein, klingt mehr wie das Gebet eines Priesters
als ein Kampfziel der Bewegung“.
Zusätzlich wurde
aufgezeigt, wie richtig die KKE lag, als sie behauptete, dass die so
genannte ELP das kapitalistische System und die imperialistischen Organisationen
nicht in Frage stellt. Die Haltung der ELP in Bezug auf die imperialistische
EU, in welcher sie sich verpflichtete, ihrer Verfassung zu dienen, ist
wohlbekannt. Nun ruft sie zur ihrer „Neugründung“ auf für ihre
… Säuberung“ von den „Spekulanten“ und dem "Neoliberalismus“.
Gleichzeitig wurde
aufgezeigt, wie harmlos die Positionen der ELP in Hinsicht auf die imperialistische
Organisation NATO sind. Wenn die Forderung nach „Auflösung der NATO“
nicht mit der Verschärfung des antiimperialistischen Kampfes für den
Austritt jedes Mitgliedslandes kombiniert wird, dann verwirrt sie die
Volksbewegung und beruhigt die Imperialisten und das System.
Trotzdem, scheint
es, dass die opportunistischen Kräfte in der ELP einen geheimen Stolz
auf ihre Linie des Kompromisses mit dem System und den imperialistischen
Organisationen EU und NATO nähren. Das Problem für diese Kräfte ist,
dass die Völker kein Blatt vor den Mund nehmen, wenn sie sehen, wie
sie in einer solchen Weise zum Narren gehalten werden...
Elisseos
VAGENAS
Mitglied des
ZK der KKE und zuständig für die Internationale Abteilung des CC
e-mail:cpg@int.kke.gr