Griechenland im Streik! 2. Tag: Großer Erfolg für den Kampf der PAME
Die klassenbewussten Kräfte
haben auch am 28. Juni den Ton beim zweitägigen Streik gegeben. In
den Arbeitsstätten, in den Betrieben, auf den Baustellen, in den Häfen,
im öffentlichen Dienst wurde die Streikflagge der Kämpferischen Arbeiterfront
(PAME) gehisst. Tausende Arbeiterinnen und Arbeiter sind ihrem kämpferischen
Aufruf gefolgt, gemeinsam mit Kleinunternehmern, Selbständigen und
Gewerbetreibenden, armen Bauern, Rentnern, Migranten, Studenten. Der
Streik war ein Erfolg! Vor den Betriebstoren und an den Fährenrampen
wurden harte Kämpfe zur Sicherung des Streiks gegeben, damit das Kapital
die Kraft der Arbeiterschaft spürt. Und diese Kraft spürte das Kapital
durch die Hunderttausenden Streikenden, die auf den Straßen und auf
den Plätzen, in den zahlreichen Kundgebungen im ganzen Land die Maßnahmen
einstimmig verurteilt haben.
Die arbeitenden Menschen lehnen
den neuen volksfeindlichen Plan ab, sie lehnen es ab, Sklaven der Plutokratie
zu werden. Diese neuen volksfeindlichen Maßnahmen verringern die Gehälter
und die Renten, erhöhen die direkte Warenbesteuerung von 13 auf 23
%, erhöhen weiter das Renteneintrittsalter, zerschlagen die Sozialversicherung
und die Zuschläge für die gesundheitsschädigenden Berufe, erhöhen
die tägliche unbezahlte Arbeitszeit, geben besonders niedrige Löhne
an die jungen Menschen, schaffen die Tarifverträge ab, führen die
Zeitverträge für immer ein, verringern die Sozialzahlungen uvm. Sie
privatisieren staatseigene Betriebe, Grund und Boden, Wasservorkommen,
Häfen, Flughäfen, um angeblich die Staatskasse zu füllen und die
Schulden zu tilgen. Das passiert hauptsächlich um ganze Wirtschaftszweige
fast kostenlos an das überkumulierte Kapital zwecks Investitionen zu
übergeben.
Seit den frühen Stunden setzten
sich in Streikkundgebungen und nachmittags bei zahlreichen Demonstrationen
arbeitende Menschen und Menschen aus den Volksschichten über die verschiedenen
Erpressungen hinweg und kämpften mit Weitsicht um die Erweiterung und
Vertiefung der Aktionen.
Die überwiegende Mehrheit
der Demonstranten, die sich an den Streikkundgebungen in 65 Städten
des Landes beteiligte, demonstrierte unter den Fahnen der PAME, und
nicht zusammen mit den sogenannten "Empörten Bürgern", oder
den Führungen der Kompromissgewerkschaften GSEE/ADEDY.
Das Exekutivsekretariat von
PAME begrüßte die hundert tausenden Streikenden, die den Streik entschieden
durchgeführt haben. Am Nachmittag des 1. Streiktages hat PAME eine
großartige Demonstration durchgeführt, die das Parlament erreicht
hat. Die starke Absicherung des Demonstrationszuges hinderte kleine
Gruppen von Provokateuren davon, die Demonstration durch Provokationen
aufzulösen.
Und während hundert tausende
Streikenden gemeinsam mit der PAME dynamisch den Streik geführt haben,
während die Straßen und die Plätze mit Demonstranten gefüllt waren,
zeigten die internationalen Medien als Hauptnachricht aus Griechenland
die Aktionen der Provokateure, und widmeten dem Streik lediglich einige
Sekunden. Das ist deren angeblich objektive Berichterstattung! Es geht
um einen gigantischen Versuch, die griechische Realität zu verzerren,
den geleisteten Widerstand und den Kampf hundert tausender arbeitender
Menschen totzuschweigen.
Das Pressebüro des ZK der
KKE betonte in einer Mitteilung: "Eigenartigerweise" erscheinen
die verschiedenen Gruppen von Vermummten zusammen mit den Sonderkräften
der Polizei an Tagen von Streiks und Demonstrationen. Das Volk und die
Jugend haben einen weiteren Nachweis, um auf die Schlussfolgerung zu
kommen, dass das System, die Repressionsapparate und die anderen ihm
dienenden Kreise vorwiegend vor der Bewegung in den Betrieben und den
Unternehmen Angst haben, vor der Arbeiterbewegung, die dem Volk eine
Alternative gibt. Die klassenbewusste Arbeiterbewegung, die radikale
Volksbewegung weiß, wie man kämpft und wie sie sich vor den Provokateuren
schützen kann. Die Kämpfe gehen unvermindert weiter".
Das PAME-Exekutivsekretariat
verurteilte das abgekartete Spiel einiger dutzend Vermummter mit den
Polizeihundertschaften, die die Verleumdung der Arbeiterkämpfe, die
Terrorisierung des arbeitenden Volkes und der Jugend und deren Hinderung
an der Beteiligung an künftigen Streikkundgebungen zum Ziel hatten.
Die PAME rief die arbeitenden Menschen auf, sich nicht zu fürchten,
und organisiert und geschlossen durch Massenbeteiligung an den Aktionen
auf die provokatorische Tätigkeit dieser Apparate zu antworten.
Aleka Papariga betonte am 28.6.
in einem Interview an den Fernsehsender MEGA, dass die Tätigkeit einiger
dutzend Provokateure "der Regierung nutzt", und, dass "es
genügend Kreise innerhalb und außerhalb der jeweiligen Regierung gibt,
die solche Ereignisse ausnutzen oder/und verursachen".
Über eine eventuelle Insolvenz
des Landes im Falle der Ablehnung der volksfeindlichen Regierungspläne
durch das Parlament, sagte die Generalsekretärin des ZK der KKE: "Die
Insolvenz ist bereits erfolgt. Das, was momentan passiert, ist die Verständigung
über die Verteilung des Schadens unter den Gläubigern". Aleka
Papariga rief das Volk zum Kampf für den Austritt des Landes aus der
EU auf, mit der gleichzeitigen Durchführung von grundlegenden Veränderungen
in der Gesellschaft und in der Wirtschaft.
2. Streiktag
Auch während des 2. Streiktages
wurden Massenstreikkundgebungen in den 65 größten griechischen Städten
von den klassenbewussten gewerkschaftlichen Kräfte der PAME in Koordination
mit PASEVE (Gesamtgriechischer Antimonopolistischer Bund von Gewerbetreibenden
und Händlern), PASY (Kämpferischer Bauernbund), MAS (Kampffront der
Studenten) und OGE (Frauenbund Griechenlands) durchgeführt.
An der Athener Kundgebung auf
dem Omoniaplatz nahm eine Delegation des ZK der KKE mit der Generalsekretärin
Aleka Papariga an der Spitze teil. Es folgte eine Demonstration in den
Straßen der Stadt, die wieder zum selben Platz führte. Dort verblieben
die Demonstranten bis zur Beendigung der Abstimmung über das neue Maßnahmenpaket
durch das Parlament. Die parlamentarische Mehrheit der PASOK stimmte
dem Entwurf mit 155 Stimmen zu. Die parlamentarische Fraktion der KKE
stimmte gegen die volksfeindlichen Maßnahmen und kam geschlossen zu
der Kundgebung der PAME. Dort wandte sich Aleka Papariga an die Demonstranten
und unterstrich die Notwendigkeit der Fortsetzung des Kampfes für den
Sturz der volksfeindlichen Maßnahmen der Regierung, des Kapitals und
der EU.
29.6.2011
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