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Mitteilung der PAME zum 9-monatigen Streik der Stahlarbeiter


30. Juli 2012

Lehren für die Gegenwart und die Zukunft

Der Kampf der Stahlarbeiter aktualisierte die wertvollen Lehren der opferreichen Geschichte der Arbeiterbewegung. Jeder Augenblick ihres Kampfes war eine wichtige Lehrstunde für die Arbeiterklasse, um nützliche Schlussfolgerungen über den Klassenkampf zu ziehen.

Ihr Kampf lehrte Heldenhaftigkeit und Selbstaufopferung! Die streikenden Stahlarbeiter traten nicht nur gegenüber Manesis, sondern gegenüber der Gesamtheit ihrer Ausbeuter, dem politischen Personal der herrschenden Klasse und den Repressionsapparaten. In dieser Zeit legten sie, allen Widrigkeiten zum Trotz, eine beispielhafte Ausdauer und Vertrauen auf das Recht der Arbeiterklasse.

Ihr Kampf lehrte den Charakter der Klassensolidarität! Er machte möglich das, was unmöglich schien: Arbeiter streikten neun Monate lang, damit ihre entlassenen Kollegen wieder eingestellt werden. Er offenbarte die Arbeitersolidarität als eine unersetzbare Waffe der Klassenauseinandersetzung mit dem Kapital. Das klassenbewusste Miteinander vor dem gemeinsamen Gegner wurde gefördert, die Losung „Einer für alle – Alle für einen“ hat sich im Leben bewährt.

Der Kampf verdeutlichte den Inhalt des vielseitigen Konflikts! Dieser Kampf entfaltete sich gegen den vielförmigen Angriff der Arbeitgeber, gegen Fatalismus und Zugeständnisse. Er trug dazu bei, dass die Schwierigkeiten des Kurses des Ungehorsams gegenüber jenen Gesetzen ans Licht kommen, die das Leben des Volkes zur Hölle machen. Die Losung „Ganz Griechenland ist eine Chalyvourgia!“ tönte tausendfach bei den Streikkundgebungen gegen die grausame Politik.

Der Streik hob die Notwendigkeit des organisierten Kampfes hervor! Die Rolle der Gewerkschaft als Mittelpunkt des Kampfes wurde unterstrichen, fern des Zugriffs der Arbeitgeber und der regierungstreuen Gewerkschaftsapparate, mit Initiativen zur Bildung von Unterstützungskomitees, mit Beschlüssen transparenter Vollversammlungen.

Der Streik ließ den unaufhörlichen Kampf zwischen Kapital und Lohnarbeit erkennen. Es kam zum Vorschein, wer tatsächlich den Reichtum schafft, und die Losung „Ohne dich Arbeiter dreht sich kein Rad!“ wurde ins Leben erweckt. Das Leben der Arbeiter in der Hölle der Hochöfen wurde sichtbar, genauso wie das parasitäre Leben der Industriellen in den Villen und den Yachten, die sie sich durch den Schweiß, das Blut und das Leben der Arbeiter zulegten. Der Kampf der Stahlarbeiter konnte, auch wenn vorübergehend, die taktischen Überlegungen und die allgemeineren Planungen der Industriellen aufhalten. Der Streik begann in dem Augenblick, in dem die Anweisungen für die Einführung von Kurzarbeit und für einen Großangriff auf die Arbeiterrechte in den Schubläden vieler Betriebe bereit lagen.

Er bestätigte, dass nur der Kurs des Klassenkampfes, der Konfrontation mit den Arbeitgebern, der Regierung und den imperialistischen Organisationen solche Kämpfe hervorbringen kann, im Gegensatz zu dem Kurs der sozialpartnerschaftlichen Dialoge, der Zugeständnisse und des angeblichen Realismus, der die Aggressivität der Kapitalisten nicht nur nicht abbremst, sondern die Gewerkschaften zu ihren willenslosen Instrumenten machte. Aus dieser Perspektive war der Kampf der Stahlarbeiter wertvoll, weil er die Überzeugung verstärkte, dass das Joch des arbeitgeber- und regierungstreuen Gewerkschaftsapparats abgeschüttelt werden muss. Der Kampf der Stahlarbeiter trotzte dem sogenannten Realismus der arbeitgeber- und regierungshörigen Gewerkschaften. Unter diesen Bedingungen übte er Druck auf die arbeitgeberfreundlichen Gewerkschaftsverbände und Arbeiterzentren aus, damit sie zu Streiks und Arbeitsunterbrechungen aufrufen.

Die Stahlarbeiter, die diesen Kampf geführt haben, und wir alle, die sie dabei unterstützt haben, sind stolz.

Ihr 9-monatiger erhobener Faust ist die Kraft der Kämpfe, die folgen werden.

Die Vollversammlung der Stahlarbeitergewerkschaft befand, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, diesen großen Streikkampf abzuschließen. Die entstandene Lage – direkte Intervention der Regierung durch den Premierminister persönlich, Entscheidung zur exemplarischen Niederschlagung des Kampfes, damit die Botschaft an die gesamte Arbeiterklasse und alle Kämpfer geht, die ständige starke Präsenz der Polizeikräfte – erzwang die Einstellung des Kampfes, um seinen von Arbeitgebern und Staat gewünschten Zerfall zu vermeiden. Die Gewerkschaft kann der neuen Lage genauso Herr werden, wie sie es bei Dutzenden schwierigen und kritischen Situationen geschafft hatte: vereint, organisiert und im Kollektiv.

Die unbeirrte Haltung der streikenden Stahlarbeiter zwang den Klassengegner, alle Vorwände beiseite zu lassen, um seine letzte Waffe einzusetzen: die Repression. Dieser Kampf enthüllte damit unter anderem das barbarische Gesicht der Koalitionsregierung „der Rettung“ des griechischen Volkes. Es wurde den Arbeitern klar, dass, sobald sie den Profitplänen der Industriellen, der Reeder und Banker sich nicht unterwerfen, solchen barbarischen und grausamen Angriffen ausgesetzt werden. Schon aus diesem Grund unterstreicht dieser Kampf die Notwendigkeit der raschen Entwicklung einer starken Arbeiterbewegung, die bereit ist, die vielfältigen Angriffe des Kapitals und der EU, sowie der Repressionsapparate abzuwehren.

Die Stahlarbeiter haben bereits gesiegt

Der Sieg der Stahlarbeiter spiegelt sich im großen Vermächtnis für die unmittelbare Zukunft wider. Die Saat wird in den „neuen Stahlwerken“ im Lande Früchte tragen, die demnächst als Folge der kommenden brutalen arbeiterfeindlichen Maßnahmen entstehen werden. Bestimmte Kreise, mal in einer Kämpferrolle, mal als Eindämmer der Radikalisierung des Arbeiterbewusstseins diffamierten die ganze Zeit den Streikkampf, versuchten die Gewerkschaft der Stahlarbeiter zu isolieren und zu diskreditieren. Sie versuchen im Nachhinein Weisheiten zu verbreiten und aus sicherem Abstand zu urteilen. Diese Kämpfe sind allerdings kein Uhrwerk, um den nächsten Sekundenschlag voraussagen zu können. Der Kampf der Stahlarbeiter zeigte, dass die Räder der Ausbeutung still stehen, wenn die Arbeiterklasse es will. Wenn die Hochöfen kalt bleiben, ist Manesis, und jeder Manesis bedeutungslos! Der Kampf der Stahlarbeiter zeigte die unendliche und verborgene Kraft der Arbeiter, wenn sie ihrer eigenen Stärke vertrauen und sich zu einer Konfrontation entschließen. Das Leben selbst ordnete diesen Kampf unter die leuchtenden und harten Klassenauseinandersetzungen der Geschichte ein, als einen kleinen Baustein im immerwährenden Kampf der Arbeiter gegen ihre Ausbeuter.


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